Glücklich Leben · Selbstliebe

Gefühle anerkennen, zulassen und erleben

Gefühle sind etwas, das jeder von uns hat.
Manche sind wunderschön andere wiederum möchten wir möglichst sofort wieder los werden.

Nur das Problem, wenn man Gefühle wieder schnell loswerden will ist, dass sie dann oft unterdrückt werden. Man
frisst sie sozusagen „in sich hinein“ und über kurz oder lang kommen sie dann doch wieder zum Vorschein.
Oft dann sogar noch heftiger als sie ursprünglich waren.

Ich denke, das kennt jeder von uns, oder?

Wie man „richtig“ mit ihnen umgeht, das ist ein weites Feld, denn es gibt ja die unterschiedlichsten Ursachen für Gefühle.

Wieso wir verdrängen

Die Gesellschaft in der wir leben lässt negative Gefühle leider so gut wie gar nicht zu.
Uns wird ständig vermittelt, dass es nicht gut ist, wenn man einmal wütend oder traurig ist und das man diese Empfindungen möglichst schnell ändern soll.

Schon als Kind werden wir mit Floskeln wie „Ein Indianer kennt keinen Schmerz.“, „Bis du heiratest ist es wieder gut.“ oder „Du hast doch gar keinen Grund zum Weinen.“ abgespeist.

Auch beliebt ist es Kindern Vorwürfe zu machen, wenn sie einmal wütend sind.
Dann sagt man ihnen wie ungezogen sie doch seien.

Manchmal sagen das sogar wildfremde Menschen zu Kindern.

Ich fuhr einmal in einer Bahn und ein kleines Kind schrie und weinte die ganze Zeit. Es saß in seinem Kinderwagen und wollte offensichtlich zur Mama auf den Schoß.

Diese ignorierte aber den Wunsch des Kindes und versuchte es stattdessen zu beruhigen indem sie ihm die ganze Ziet sagte, dass doch alles gut sei.
Doch das Kind schrie weiter.
Eine ältere Frau stand daneben und sagte ziemlich laut: „Du bist aber ein ungezogenes Kind!“
Die Mutter sagte nichts dazu.

Wie entwickelt sich wohl ein Kind, wenn ihm von Anfang an gesagt wird, dass seine Emotionen falsch sind?

Es fängt an, die Gefühle zu unterdrücken und nicht mehr zu zeigen.
Denn das Kind denkt, dass seine Empfindungen falsch sind, wenn es das Bedürfnis hat zu schreien oder zu weinen.

Je älter wir werden, desto besser werden wir darin unsere Gefühle zu verdrängen.

Und das verursacht, dass wir immer öfter das Empfinden haben, dass etwas mit uns nicht in Ordnung ist.
Wir fühlen uns irgendwie nicht so richtig glücklich und oft überdecken wir dann diese Empfindungen mit anderen Handlungen die uns kurzzeitig glücklich machen sollen.

Etwas zum Nachdenken:

“Heute sagen Psychologen, dass fast achtzig Prozent der Krankheiten durch verdrängte Emotionen ausgelöst werden: So viel Herzkrankheit bedeutet, dass so viel Wut und Hass im Herzen verdrängt worden ist, dass es vergiftet ist.“
(aus dem Buch „Emotionen – Frei von Angst, Eifersucht und Wut“ von Osho, S. 38)

Gefühle anerkennen und erleben

Vorneweg: Wie bei allem ist auch das anerkennen und erleben von Gefühlen ein Prozess, den man langsam lernen muss.

Wenn man sein ganzes Leben darauf programmiert wurde, bestimmte Gefühle nicht auszuleben und zu unterdrücken, wird man das nicht mit einem Fingerschnippen ändern können.

Denn es ist eine Frage der Gewohnheit, wie wir mit bestimmten Dingen umgehen.
Und genauso wie wir uns über Jahre angewöhnt haben, manches zu verdrängen müssen wir uns auch erst einmal wieder angewöhnen, dieses wieder zuzulassen.

Etwas Wichtiges vorneweg:

Es geht nie darum, negative Gefühle an jemand anderem auszulassen.
Sei es dein Partner, dein Kind, ein Freund.
Der Hund oder eine Pflanze.

Niemand hat es verdient unter deinen negativen Gefühlen zu leiden.

Auch das ist etwas, an das manche sich erst gewöhnen müssen.

Hat man zum Beispiel die Angewohnheit passiv aggressiv zu werden, wenn man wütend ist, sollte man sich auch damit beschäftigen.

Selbst wenn wir auf jemand anderen wütend sind, haben wir nicht das Recht, diese Person in irgendeiner Weise zu verletzen.

Niemals.

Wenn dich jemand beleidigt (ob gewollt oder ungewollt sei dahin gestellt), bringt es nichts es ihm mit gleicher Münze zurück zu zahlen.
Anstatt direkt zurück zu feuern, sollte man sich lieber erst einmal bewusst werden, wie es zur jeweiligen Situation kam.

Wieso wurde ich beleidigt (bzw. wieso fühle ich mich bekleidigt?) und hat derjenige Recht mit dem, was er gesagt hat?

Wenn ja, dann kann man dafür dankbar sein, man hat eine Möglichkeit zu bekommen sich selbst aus einer neuen Perspektive zu betrachten.

Wenn er aber Unrecht hatte, wieso sollte man sich dann mit einem negativen Gefühl belasten? Was andere von uns denken, können wir im Grunde nicht beeinflussen, und wenn dein Gegenüber meint dich beleidigen zu müssen, dann geh ihm in Zukunft aus dem Weg.

Wir haben das Glück in unserer Gesellschaft zu einem großen Teil beeinflussen zu können, mit wem wir verkehren.

Aber jetzt wieder weiter im Text…

Wie also kann man Gefühle anerkennen?

Ich für meinen Teil habe vor kurzem eine sehr einfache und unglaublich befriedigende Lösung gefunden, wie ich mit meinen Gefühlen gut umgehen kann ohne sie zu verdrängen.

Und sie ist denkbar einfach und in nahezu jeder Situation umsetzbar.

Die Lösung ist:

Schritt 1: Alles aufschreiben.

Nimm dir ein paar Minuten und schreib alles auf, was dir in diesem Moment durch den Kopf geht.

Was fühlst du?

Warum fühlst du es?

Und dann werde dir bewusst, dass es in Ordnung ist, dass du dich gerade so fühlst.
Es ist in Ordnung, wenn du wütend bist oder traurig.

Es ist auch in Ordnung, wenn du enttäuscht bist oder Angst hast.

Es ist auch in Ordnung, wenn du Eifersucht empfindest.

Jedes Gefühl, dass du gerade hast, ist in Ordnung, es hat seine Berechtigung und darf gespürt werden.

Nimm dir die Zeit, es zu fühlen und schreibe alles auf, was dir in den Sinn kommt.

Und schreib auch auf, dass du diese Gefühle jetzt gerade so akzeptierst wie sie sind.

Versuch wirklich, dir genau das zu gestatten, gib dir selbst die Erlaubnis, das es in Ordnung ist so zu fühlen.

Schreib solange, bis du merkst, dass alles gesagt ist.

Es ist egal wie du schreibst, das muss später niemand lesen und du sollst damit auch keinen Schreibwettbewerb gewinnen.
Wichtig ist nur, dass du es tust. 🙂

Schritt 2: Wie möchtest du, dass es weiter geht?

Es gibt dafür keinen festgelegten Zeitpunkt, wann man zu diesem Schritt kommt.

Es ist auch wichtig, dass man vorher wirklich alles aufgeschrieben hat, bis alles gesagt wurde.
Denn nur dann, kann man ohne etwas zu unterdrücken eine Lösung für die eigene Situation entstehen lassen.

Und diese Lösung kommt dann meistens auch von ganz alleine.
Entweder fühlen wir uns einfach wieder besser und friedlich.
Oder wir haben eine konkrete Idee, wie die nächste Handlung aussehen könnte.

Egal was es ist, folge diesem neuen Impuls.
Man erkennt ihn daran, dass er in keinster Weise mehr von irgendwelchen negativen Gefühlen geprägt ist.

Er ist einfach friedlich, entspannt und liebevoll.

Alles Hokuspokus?

Ich weiß nicht, wie diese letzten Zeilen auf dich gewirkt haben.

Vielleicht findest du es total toll, was du gelesen hast, vielleicht findest du es aber auch dumm und unsinnig.

Ich kann beide Sichtweisen nachvollziehen.

Hätte man mir so etwas vor einem Jahr erzählt hätte ich wahrscheinlich nur „Jaja, das Probier ich dann mal aus.“ gesagt, ohne es ernsthaft in Erwägung zu ziehen.

Ich konnte mir nicht vorstellen, dass so etwas simples wie „seine Gedanken aufschreiben“ irgendetwas bringen könnte.

Heute, wie man sieht, bin ich da ganz anderer Meinung.

Und genau weil ich beide Sichtweisen nachvollziehen kann, möchte ich dir noch einen Tipp geben:

Zwing dich nicht es zu versuchen. Probier es aus, wenn es sich für dich gut anfühlt. Denn wenn man mit Ablehnung an diese Methode ran geht, kann es gut sein, dass es dann nicht so eine gute Wirkung hat.
Gib dir Selbst Zeit dich auf dieses Tool einzustimmen und dann teste es, wenn du möchtest 🙂

Wenn du es ausprobiert hast schreib mir doch einmal hier in die Kommentare, bei Instagram oder via Facebook wie es für dich geklappt hat. 🙂

Was hältst du von dieser Methode und wie hat sie für dich funktioniert?

Oder hast du vielleicht eine ganz andere die du gerne teilen würdest? 🙂

Ich hoffe, dass sie dir vielleicht als neues Tool dienen kann, deine Gefühle zuzulassen.

In diesem Sinne, alles Liebe

 

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